Im Reich der Schachbrettblumen


Jeden Frühling, Anfang April erblühen die Schachbrettblumen. Eine überaus zarte Pflanze die mich Jahr für Jahr entzückt.


Schachbrettblume mit Bodenfrost/ Westschweiz

So zart und fragil die Fritillaria Meleagris - Schachbrettblume auch erscheint, der Schein trügt. Diesen April passte erneut sehr viel zusammen und ich durfte das grosse Feld mit den wundersamen Blumen in dickem Bodenfrost erleben. Es ist kaum zu glauben wie locker die Pflanzen die tiefen Temperaturen wegstecken und sich innert Minuten aufrichten, sobald sie die Sonne erst einmal aufgewärmt hat.

Bis die Sonne aber den hintersten Winkel erreicht vergehen ein paar Stunden und genau in dieser Zeit entstehen solch magische Bilder wie das oben. Die langsam herannahenden Sonnenstrahlen färben den Hintergrund in den sanftesten gelb und orange Tönen, während der Vordergrund noch im eisigen Blau des Frostes erstrahlt.


Zwillingsblume / Westschweiz

Eine kleine "Rarität" sind die wunderschönen Zwillinge, sprich wenn an einer Pflanze gleich zwei Blüten hängen. Es kommt schon hie und da vor, dass man ein solches Exemplar trifft. Seit meinem ersten Besuch der Feuchtwiesen 2017 wurde ich erst diesen Frühling fündig und habe genau die Blume gefunden die ich mir lange gewünscht habe. Meist hingen entweder die Blüten sehr ungünstig, oder aber die Blätter standen in alle Himmelsrichtungen. Umso erfreulicher war die Entdeckung der oben gezeigten Blume.


Um die schöne Freistellung zu erzielen, benutzte ich mein Nikon 400mm F/2.8E FL ED VR. Dies ist definitiv nicht die klassische Makro Linse, jedoch mein Objektiv der Wahl für solch sanfte Resultate.

Ein weiteres Mittel, welches ich sehr gerne einsetze, ist die lokale Abschattung des Motivs. Ohne diesen "Kniff" würde das Bild um ein vielfaches dunkler und die Blume würde nie so schön freigestellt. Diese Hilfe nutze ich primär um die Mittagszeit, wenn das Licht für "normale" Bilder zu hart ist.


In der Galerie unten habe ich eine kleine Zusammenstellung meiner liebsten Bilder aus vergangenen Jahren und meinen Favoriten von diesem Jahr.




Vielleicht merkt man beim durch scrollen wie sehr es mir die Schachbrettblumen und der Zauber des Lichts auf diesen Wiesen angetan haben.

Um den Einfluss von Licht und Schatten deutlich zu machen, habe ich zum Schluss des Beitrags eine kleine Serie aufgenommen. Ihr seht anhand dieser 3 Bilder den enormen Unterschied, der alleine durch das Sonnenlicht auf der Feuchtwiese entsteht. Die Bilder wurden in einem Zeitraum von 1,5 Stunden aufgenommen.


7:31 - An einem trüben Tag, oder etwas zu früh am Morgen wirkt die Szene schon fast gespenstisch und sehr kalt, wie auf dem ersten Bild.


8:36 - Das zweite Bild aus der Serie, etwas mehr als eine Stunde später aufgenommen, hat schon ein ganz anderes Farbenspiel zu bieten. Der vorher düstere Wald im Hintergrund erstrahlt nun in einem zarten orange und die Wiese wirkt als enormer Kontrast eisig blau.


9:01 - Das letzte Bild der Serie. Nach 1,5h hat sich das Sonnenlicht über die gesamte Wiese, bis zu meiner Blume bewegt. Mit dem direkten Lichteinfall beginnt die Blume dreidimensional zu wirken und das gesamte Bild kriegt vielmehr Tiefe. Über alles gesehen wird die Szene wieder homogener, sprich die Farben harmonieren und auch die Belichtung von Vorder- und Hintergrund stimmt wieder überein.

Einzig die Eiskristalle machen dieses Stadium nicht lange mit. Die Sonne hat um 9:00 bereits soviel Power, dass die Kristalle innert Minuten geschmolzen sind.


Ich hoffe diese Serie verdeutlicht den Zauber der Makrofotografie und wie entscheidend das Licht auch in diesem Genre ist...




Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat und du gerne tiefer in die Welt der Blumen und Pflanzen eintauchen möchtest, lade ich dich ein mich auf einer Makrotour zu begleiten!

Gerne zeige ich dir Tipps und Tricks, damit auch du zu solchen Resultaten kommst und die heimische Pflanzenwelt in ihrer ganzen Schönheit einfangen kannst.

Zögere nicht mich zu kontaktieren, dann stelle ich dir einen passenden Kurs zusammen und führe dich an wunderbare Orte...



Liebe Grüsse, Lukas






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