Norwegen - Von Jotunheimen bis Bodø

Aktualisiert: 28. Okt.


Wie im letzten Blog angekündigt, geht es auch im heutigen Beitrag um Norwegen! Genauer gesagt begeben wir uns auf die Reise vom Jotunheimen Nationalpark bis hoch in Berge rund um Bodø.


Morgenspiegel

Heute geht es zum Leirvatnet, ein See und vor allem Berg, den ich unbedingt sehen wollte. Der Kyrkja ist so markant und unverkennbar in seiner Form, dass er es glatt mit dem Matterhorn, dem Kirkjufell oder dem Stetind aufnehmen kann. Seine Lage ist wohl der einzig grosse Unterschied zu den anderen genannten Bergen. Ihn erreicht man über eine mehrere Kilometer lange Mautstrasse. Am Parkplatz angekommen, muss er noch erwandert werden, wenn auch nur ganz kurz. Ist man aber erst einmal dort, so erkennt man schnell die Besonderheit und unglaubliche Form des Berges. In dieser Gegend verweilte ich einige Tage und hoffte tolle Stimmungen einfangen zu können, was mir dann auch gelang!

Von jeder Seite sieht die Landschaft hier anders aus und ich hätte gerne noch mehr Zeit dort und generell im Jotunheimen Nationalpark verbracht. Leider wollte das Wetter dann nicht mehr so ganz und das Dovrefjell wartete ja bereits auf mich....





Nachdem auch im Dovrefjell das "schlechte" Wetter kam, war es für mich an der Zeit weiter zu ziehen. Bevor ich die lange Strecke durch Mittel Norwegen in Angriff nahm, wollte ich unbedingt noch einen Stopp im Innerdalen einlegen. Dies war ein weiterer Ort, den ich seit Jahren auf meiner persönlichen To-Do Liste hatte und das Wetter schien genau für diese Ecke zu passen. Erneut sollte sich diese Vorahnung bestätigen und es entstanden einige der besten Bilder von Moorlandschaften, die ich bisher machen konnte. Der späte Sommer hinterließ in den Mooren bereits erste zaghafte Farben und lies den Beginn des Herbstes erahnen. Das machte es zu einer wahren Freude durch die Gegend zu wandern. Mein eigentliches Ziel erreichte ich jedoch nicht, denn am grossen Innerdalsvatnet verlies mich das Wetterglück und so zog ich nach einigen Tagen im Regen weiter.

Die nächsten zwei Tage genoss ich die Fahrt durch weite Teile Norwegens und überquerte den Polarkreis. So legte ich die Strecke bis Bodø in sehr kurzer Zeit zurück. Einen Stopp gab es rund um Lauvsnes, wo mir ein paar tolle Drohnenaufnahmen gelangen. Die wahre Schönheit, dieser mit Inseln übersäten Küste, wird erst aus einigen Metern Höhe richtig sichtbar! Es muss ein Traum sein, als Möwe, Kormoran oder Adler dort seine Kreise zu ziehen...

Rund um Bodø sind die Berge fast frei von Touristen und stehen den Lofoten, Senja oder den Lyngen Alpen in nichts nach. Die paar Tage dort genoss ich in vollen Zügen und einige Male unter freiem Himmel. Zu dieser Zeit sah ich meine ersten Nordlichter dieser Reise. Was für ein Feuerwerk sich da bereits in der frühen Abenddämmerung abspielte, ist kaum in Worte zu fassen. Erst als fein strukturiertes Band am süd Horizont, bedeckten die tanzenden Lichter bald den gesamten Himmel über mir. Als wäre ein solcher Ausbruch von Nordlichtern nicht schon genug für eine Nacht, ging es pausenlos so weiter. Erst die aufgehende Sonne lies den Sternenhimmel verblassen. Definitiv eine der besten Outdoor Nächte die ich je hatte! Wobei da natürlich der Schlaf so gut wie ausblieb ;-)


Die folgende Galerie zeigt die Erlebnisse mit den besten Bildern dieser Tage und verschafft euch hoffentlich einen Eindruck was Norwegen alles bereit hält, wenn man mit dem Licht reist!



Der letzte Satz im oberen Abschnitt erklärt ganz gut mit welchem Anspruch ich auf diese Reise gestartet bin und dazu möchte ich noch ein paar Worte schreiben.

Nach den letzten Touren in Island, in denen ich ohne eine Unterkunft zu buchen, einfach darauf los bin, hat mich diese Art zu reisen nicht mehr losgelassen. Die hohen Kosten für die Miete eines Campers oder die zahlreichen Übernachtungen in Hotels sind für mich definitiv ein grosser Nachteil an Flugreisen. In Island sind das schnell einmal mehrere tausend Franken für eine Woche.

Aufgrund der in Island gesammelten Erfahrungen hatte ich nie die Sorge, im grossen Stil planen oder buchen zu müssen. Wenn mich Freunde und Verwandte im Vorfeld fragten, wann es los geht und wohin ich überall reisen möchte, hatte ich meist keine Antwort. Die Fähre nach Norwegen buchte ich erst einen Monat vorher und die Fahrt zurück sollte erst unterwegs gebucht werden. Bei diesen Gesprächen hinterfragte ich ab und an meine Vorbereitung und häufig kam der Gedanke, ob ich mich leichtsinnig auf dieses Abenteuer begebe.


Alles wichtige Zuhause war natürlich geklärt und nur dank meiner Mutter und meinem Ziehvater, sowie meiner Freundin konnte das alles erst stattfinden. An dieser Stelle ein Riesen Dankeschön, ihr seid einfach grossartig!


Mit dieser grossen Sicherheit im Rücken ist es um einiges leichter, für einige Monate wegzufahren, dennoch war es ein Schuss ins Ungewisse. Von Freunden und via Social Media bekam ich sehr viel vom Sommer in Norwegen mit und der war alles andere als hübsch. Das war ein weiterer Grund wieso ich mit dem Licht, sprich mit dem Wetter, reisen wollte. Denn irgendwo ergibt sich immer etwas, erst recht in einem so grossen Land wie Norwegen.

Als Fotograf bin ich zum Teil wie ein Junkie unterwegs, versuche immer spezielle Augenblicke einzufangen und dem Licht hinterher zu jagen. Wieso also soll ich mich festlegen, zu welchen Zeitpunkten ich an gewissen Orten sein "muss"? Wenn man die Natur in diesen Plan einbezieht, dann kann man nicht auf Ihre Gnade hoffen und erwarten, dass immer dort, wo man etwas gebucht hat, das Wetter auch genau so wird wie man sich das wünscht. Um das Maximum herauszuholen, ist es unerlässlich sich diese Freiheit aufrecht zu halten. Es ist definitiv eine sehr umfassende Aufgabe, sich Tag für Tag mit Wetterdaten auseinanderzusetzen und logischer Weise geht so etwas nur mit Gleichgesinnten oder alleine. Die Tage sind lang und selten weiter als drei Tage in die Zukunft planen zu können ist etwas sehr spezielles, das viel Energie erfordert. Der Lohn dafür lässt sich jedoch nicht in Worte fassen. Selbst wenn ich nun schon 8 Wochen unterwegs bin, so durfte ich in jeder einzelnen dieser Wochen mehr Stimmungen erleben als mir das auf jeder anderen Reise oder Zuhause in der Schweiz vergönnt war. Zu Beginn hatte ich die Überzeugung, es sei unglaubliches Glück so häufig in diese speziellen Momente zu laufen. Nach all den Wochen weiss ich aber, dass dies nicht ganz stimmt. Das gesammelte Wissen und die eigenen Prognosen, egal ob für Nordlichter, Sonnenauf- und Untergänge oder gar Regenbögen machen einen sehr grossen Teil dieses "Glücks" aus. Selbstverständlich sind etwa ein Drittel meiner Bilder durch den Moment des Zufalls entstanden, dennoch ist der Grossteil Lohn meiner harten Arbeit und das Resultat langjähriger Erfahrung und Passion.

Jeden Tag entscheiden zu müssen Wohin es geht, fordert viel von einem und permanent das Risiko einzugehen auch mal vier Stunden in die falsche Ecke zu fahren/wandern ist nicht immer einfach. Genau das brachte mich am Ende aber genau dorthin wo ich jetzt stehe. Diese Reise ist noch nicht zu Ende und dennoch hat sie mir wunderschön aufgezeigt, was ich kann und wer ich bin. Nur zu gerne komme ich mit all diesen Erfahrungen bald wieder nach Hause und setze alles daran, dieses Wissen zu teilen und jeden der genau so unterwegs sein möchte, mit meinen Kursen und Reisen zu unterstützen, denn das ist was ich lebe!



Tanz in der Dämmerung

Nun sage ich danke hast du dir die Zeit genommen in meine Bildwelten und meine Geschichten einzutauchen.

Für bewegte Bilder steht auf YouTube mein neuestes Video zur Ansicht bereit, hier der Link dazu: Norwegen 4K

Ich freue mich, wenn du auch beim nächsten Mal wieder dabei bist, dann geht es nämlich von Bodø via Tromsø und Senja auf die Lofoten!


Liebe Grüsse, euer Lukas






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