• Lukas Moesch

Island - Einmal Ringstrasse Bitte


Wie im Vulkan Blog angekündigt ging meine erste Islandreise 2021 noch einige Tage weiter, grösstenteils ohne einen konkreten Plan und geleitet durch das isländische Wetter.


Hvitserkur im Licht der isländischen Mitternacht

Schon seit Jahren führe ich mehrere Listen zu den Ländern und Gebieten die ich gerne einmal besuchen möchte, so verwundert es wohl kaum, hat auch Island seine eigene Liste bekommen. Auf dieser Liste stehen sie nun, meine ganzen Schätze die ich über die Jahre mittels Recherchen, oder durch grosse Zufälle entdeckt habe. Im Falle von Island umspannen diese Fotolocations beinahe die ganze Insel wie ein Spinnenetz. Dank dieser jahrelangen "Planung" fiel es mir nun sehr leicht mich etwas planlos von Wind und Wetter über die nordische Insel treiben zu lassen, ganz im Wissen, dass egal wo ich hinkomme bereits eine Bildidee oder eine Gelegenheit auf mich wartet...


In ein gemachtes Nest zu hüpfen ist doch immer schön nicht wahr?

Ja so in etwa nahm ich die vor mir liegenden 10 Tage in Angriff und wurde alles andere als enttäuscht. Die intensiven Wetterstudien Zuhause in der Heimat taten nun ihr übriges und leiteten mich von einer fantastischen Lichtstimmung zur nächsten. So gelang es mir stundenlange Sonnenuntergänge zu geniessen an Orten die "dank" Corona für einmal wieder menschenleer waren.

Angefangen auf der Insel Snaefelsnes, erlebte ich Farben und Formen die mir bis dahin nicht bekannt waren und diese zogen sich über den Lauf von Stunden hinweg! Erst war alles in zart goldene Farben gehüllt, mit dem leichten Dunst des kurz davor gewichenen Nebels vermischt. Nach einer kurzen Pause und etwas gräulicher Stimmung ging das Feuerwerk los und wollte erst spät in den Morgenstunden wieder enden.

Auch am Vogelfelsen Hvitserkur einen Tag danach, erlebte ich beinahe ein identisches Spektakel, dieses Mal kombinierten mit den schönsten Föhnwolken die ich in meinem ganzen Leben gesehen habe. Übrigens bedeutet der Name Hvitserkur auf Deutsch soviel wie Weisser Kittel, das weil er von oben bis unten von Meeresvögeln volgesch.... ist und deshalb weiss erstrahlt ;-)





Nach diesen beiden unglaublichen Tagen stellte sich eine eher düstere, regnerische Stimmung ein, sodas ich etwas Zeit hatte um mich neu zu sammeln und die weitere Route zu planen. Bald zeigte sich eine Umrundung Islands über die Ringstrasse als beste Option um noch ein paar schöne Stimmungen einzufangen. An eine Rückfahrt in den Südwesten, was anfangs der Plan war, musste man gar nicht denken. Im Süden tobte ein für Island typischer Sturm mit 120km/h Windböen der die Wasserfälle in den Himmel blies.

Mein Weg führte mich also erstmal weiter in den Norden und anschliessend über die Ostküste zurück in den Süden. Immer dem fotografisch interessanten Wetter hinterher, oder Voraus.


Dazu einige Impressionen ohne weitere Worte...



Wie man sieht hätte dieser Rund Trip vielseitiger nicht sein können. Es war einfach fantastisch all diese Facetten von Island zu erleben und das in dieser kurzen Zeit bei beinahe perfekten Bedingungen. Ja beinahe perfekt, denn als ich endlich im Süden ankam war auf der ganzen Insel erneut Regen und tief hängende Wolken angesagt. Nach meinen ganzen Erlebnissen, den doch anstrengenden und langen Tagen, war es richtig angenehm einmal ausschlafen zu können. So langsam drängte auch die Zeit und der damit verbundene Rückflug in die Schweiz, weshalb es mich dann langsam wieder nach Reykjavik zog. Da ich zu diesem Zeitpunkt weder geimpft noch sonst was war, durfte ich kurz vor meiner Abreise noch einmal einen PCR Test machen. Das warten auf das Resultat war dieses Mal aber irgendwie einiges entspannter, so genoss ich erneut den Aufenthalt in der Stadt, gönnte mir ein feines Crepe und schaute endlich in der Galerie von Iuri Belegurschi vorbei.

Nach dem Erhalt des Resultats hiess es kurz eine Unterkunft buchen und ein letztes Mal den Weg zum Vulkan in Angriff zu nehmen. Wie sehr sich die Landschaft in dieser Woche verändert hat lässt sich nur schwer beschreiben. Der Wanderweg den ich zuvor jeweils benutzt habe gab es nicht mehr, dort floss nun Meter hoch die Lava drüber.

Aus diesem Grund kam man nun nicht mehr annähernd so Nahe dran und auch das Wetter wollte nicht mehr so richtig. Das brachte mich für den letzten Abend in die Situation nochmal alles zu probieren, oder den Island Aufenthalt in der blauen Lagune gebührend ausklingen zu lassen. Nach einigen Überlegungen gewann die Lagune und so genoss ich die letzten Stunden im hohen Norden, bevor es am 06.06.2021 früh Morgens wieder Heimwärts ging...



Geldingadallur - Das Feuertal

Danke hast du dir die Zeit genommen bis hier hin zu lesen!


Liebe Grüsse, euer Lukas






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